Studio
Studio
Nicht nur kleine Ensembles und Bands können in dem Studio professionell aufnehmen – die Landesmusikakademie bietet diese Möglichkeit aufgrund ihrer einzigartigen musikalischen Architektur und Infrastruktur auch für große Ensembles, komplette Orchester und mitgliederstarke Chöre. Durch einen extra großen Regieraum haben Kurs-Teilnehmer und Dozenten genug Platz für Kurse zum Mixen, Mastern oder auch zur Arbeit mit Audioworkstations wie Protools, Cubase oder Logic.
Seit Eröffnung der Landesmusikakademie im Sommer 2009 haben viele Bands, Musiker, Chöre, Jazzcombos, Popstars und Orchester in diesem einzigartigen Tonstudio aufgenommen und schwärmen von seiner einzigartigen Atmosphäre. Das Tonstudio zeichnet sich nicht nur durch eine hervorragende Ausstattung und ein umfangreiches Instrumentarium aus – besonders die erstklassige Akustik kombiniert mit einem traumhaften Blick in Wolfenbüttels Seeligerpark macht das Produzieren in der Landesmusikakademie Niedersachsen einzigartig. Auf Wunsch begleitet ein zertifizierter Techniker die Produktion.
360°-Aufnahmen: Marek Kruszewski
Hinweise zur Nutzung des TonstudiosLeitfaden zur Planung und Vorbereitung Ihrer Studioproduktion
Stand: 13. Juli 2021
Eine Audioproduktion ist ein aufwendiger, aus vielen verschiedenen Einzelschritten bestehender Prozess. Die dazu benötigten Ressourcen sind kostbar – denn jeder Arbeitsschritt, der im Tonstudio anfällt, wird als Studiozeit verbucht – unabhängig davon, ob Sie daran direkt beteiligt sind oder nicht. Um Zeit und Kosten zu schonen, sind eine gute Planung und Vorbereitung wichtig. Dieser Leitfaden soll dabei helfen, den Überblick zu behalten, und für wichtige Aspekte sensibilisieren.
1. Hinweise zur eigenen Vorbereitung
Kostenplanung
- Ist das Studio ausreichend für Ihre Ansprüche? Oder geht sogar ein einfacheres Studio?
- Haben Sie alle Kosten realistisch im Blick – neben der reinen Aufnahmezeit im Studio auch mögliche Zeiten für Nachbearbeitung, Mastering, Grafik, Gastmusiker, GEMA, Vervielfältigung …?
Postproduktion
- Haben Sie die Postproduktion ebenfalls im Blick? Wie und durch wen soll sie erfolgen?
- Beachten Sie, dass die Nachbearbeitung ein Kosten-, aber auch ein Zeitfaktor in der Audioproduktion ist.
- Dabei ist es sinnvoll, das Mischen und Aufnehmen zu trennen. Beides sollte nach Möglichkeit nicht am selben Tag passieren.
- Die Nachbearbeitung muss genauso beauftragt werden wie eine Aufnahmesession.
Tag der Veröffentlichung (Release Date)
- Bedenken Sie, dass alle Prozesse der Produktion mitunter Wochen dauern können. Planen Sie also lieber großzügig und mit Zeitpuffern auf eine Veröffentlichung hin.
Planen Sie Ihre Tonstudiosession realistisch
- Wie viel soll geschafft werden?
- Sind alle Stücke gut vorbereitet und geprobt?
- Ist der Anspruch an das Ergebnis realistisch?
- Planen Sie auch Zeitpuffer mit ein!
- Sollte die gebuchte Zeit nicht reichen, sollten weitere Termine vereinbart werden.
Bringen Sie zur Session alles mit, was auch nur eventuell gebraucht werden könnte (die Akademie kann vieles stellen, ist aber keineswegs auf alle Bedarfe oder Fälle vorbereitet):
- Instrumente
- etwaige Ergänzungen, Equipment, Pflegemittel und Ersatzteile wie Stative, Verstärker, Saiten, Blättchen, Kolophonium, besondere Notenständer, Stühle oder Hocker, mit denen Sie sich am wohlsten fühlen … – auch gern für andere Beteiligte, falls die etwas vergessen
- alles, was man sowieso braucht, wie etwa Noten, Texte, evtl. Nagelfeile, Brille …
- Laptop, USB-Stick, mobile Festplatte, Kamera …
- Snacks und vor allem Getränke
2. Vorabsprachen mit der Akademie
Bevor es tatsächlich ins Tonstudio (und an die „reine“ Aufnahmezeit) geht, gibt es verschiedene Dinge zu klären bzw. zu bedenken. Je genauer die Zusammenarbeit vorab besprochen wird, desto reibungsloser läuft die gesamte Produktion:
- Was ist der Stil, die Besetzung usw.?
- Wird nacheinander aufgenommen oder spielen alle gleichzeitig?
- Wie groß muss der Aufnahmeraum sein? Werden vielleicht sogar mehrere Aufnahmeräume benötigt?
- Was ist das Ziel der Produktion? (CD, Video, Podcast o. ä.)
- Werden später unterschiedliche Versionen benötigt? (Instrumental, Playback mit Klick usw.)
- Planen Sie mit uns einen Zeitrahmen: Wann kommt wer an? Wie lange hat man wofür Zeit? Wann ist Ende? usw.
- Gibt es musikalische Referenzen? (Hörbeispiele anderer Produktionen mit Klang und Stil ähnlich der eigenen Wunschvorstellung)
Gegebenenfalls sollten auch noch andere Aspekte geklärt werden:
- Gibt es spezielle Anforderungen an die Produktionsweise? (Wunsch-Mikro, Mono/Stereo/Surround, Wunsch-Software, Samplerate usw.)
- Gibt es bereits vorbereitete Medien? (Schon bestehende Aufnahmen, Playbacks, Pilot-Tracks, MIDIs o. ä.)
- Wird später woanders, etwa in anderen Studios, an dem Material weitergearbeitet? Dann sollten technische Details zur Übergabe geklärt werden.
Mit unserem Studio buchen Sie einen betreuenden Tontechniker.
- Bringen Sie evtl. einen eigenen Tonmeister/Produzenten o. ä. mit?
- Welche Rolle soll unser Tontechniker bei den Aufnahmen spielen? Nur aufnehmen oder eigene Vorschläge einbringen?
Falls Instrumente oder Backline der LMA zum Einsatz kommen sollen, notieren Sie diese bitte genau im Vertrag (z. B. Schimmel-Flügel K280 o. ä.).
Bitte beachten Sie, dass Klavier- und Flügelstimmung extra beauftragt werden müssen und ebenfalls in Rechnung gestellt werden.
3. Einrichtung im Tonstudio
Bevor die Aufnahmen im Tonstudio wirklich starten können, muss das Studio für die Produktion eingerichtet werden. Das beinhaltet:
- technische Einrichtung (Auswahl und Einrichtung der Mikrofone, Einrichtung der Kopfhöreranlage, Einrichtung des Setups der Software usw.)
- Positionierung der Musizierenden und der dafür benötigten variablen Akustik
- Soundcheck
- gemeinsames Hören der Klangprobe und der Referenz, ggf. danach Korrekturen der Einrichtung
4. Hinweise zum Aufnahmeprozess
- Aufnahmen werden üblicherweise wiederholt, bis sie gut gelungen sind. Daher sollten alle Beteiligten darauf eingestellt sein und entsprechend geduldig miteinander umgehen.
- Alle Beteiligten sollten bestrebt sein, die Stimmung hochzuhalten. Nur in angenehmer Atmosphäre kann gut und konzentriert musiziert werden.
- Im Prozess werden musikalische Entscheidungen getroffen und an Spielweisen, Klanggebung und dergleichen gearbeitet. Kritik und Vorschläge sollten stets ehrlich, aber konstruktiv, freundlich und respektvoll geäußert werden.
- Machen Sie Pausen! Wer immer wieder Pausen einlegt, nutzt die Aufnahmezeit im Studio konzentrierter und effektiver. Es ist ein großer Irrglaube, durch das Weglassen von Pausen mehr gute Aufnahmen an einem Tag zu erhalten.
- Hören Sie nicht jede Aufnahme direkt an. Meistens haben die Beteiligten nach der Aufnahme einen realistischen Eindruck, ob sie gelungen war. Nutzen Sie die Zeit ggf. lieber für eine weitere Aufnahme.
- Obwohl man mit Tonschnitt und Software viel erreichen kann, versuchen Sie lieber, eine gelungene Aufnahme zu spielen. Das geht meist schneller und wirkt musikalischer als eine technische Korrektur.
- Behalten Sie Zeit- und Produktionsplan im Blick. Verfallen Sie aber nicht in Hektik, wenn weniger geschafft wird als erwartet. Viele Aufnahmen, die aus Zeitgründen nicht den Erwartungen entsprechen, sind am Ende weniger wert als weniger Aufnahmen, die verwertbar sind.
- Bedenken Sie, dass alle diese Dinge auch für den Tontechniker gelten. Die Arbeit an komplizierter Technik, gepaart mit aufmerksamem Zuhören und der Interaktion, ist ebenfalls intensiv.
5. Nachbearbeitung
Nach den Aufnahmen findet die Nachbearbeitung statt. Diese besteht aus verschiedenen Schritten und sollte für ein gutes Produkt auch nicht vernachlässigt werden:
- Tonschnitt – Die Aufnahmen werden ausgewählt und zu einem Musikstück zusammengefügt. Hier finden ggf. auch technische und musikalische Korrekturen statt.
- Mischung – Die Produktion wird klanglich stimmig abgemischt, und es werden ggf. auch Effekte hinzugefügt. Die Mischung sollte möglichst nicht am gleichen Tag wie die Aufnahmen durchgeführt werden, da sich alle Beteiligten davor zu sehr an den Klang der Abhörmischung für die Aufnahme gewöhnt haben.
- Korrekturrunde für Schnitt und Mischung (sollte immer gemacht werden, muss extra gebucht werden) – Nach dem Mischen sollten Sie nach ein paar Tagen das Ergebnis nochmals zu Hause in Ruhe anhören. Mit etwas zeitlichem Abstand und Ruhe fallen oft noch mehr oder weniger große Details auf.
- Mastering – Ziel eines Masterings ist es, die Mischungen für möglichst viele verschiedene Endgeräte zu optimieren. Hier werden letzte Klangkorrekturen und technische Notwendigkeiten realisiert. (Achtung! Es gibt spezielle Mastering-Studios. Die LMA bietet keinen Masteringservice an.)
6. Vervielfältigung
- Die meisten CD-Presswerke benötigen zur Vervielfältigung ein DDP-Image der Ziel-CD. Diese DDP beinhaltet nicht nur das Audiomaterial, sondern auch CD-Text und andere Informationen. Die meisten Mastering-Studios bieten die Erstellung als Service mit an.
- Bedenken Sie, dass für eine Vervielfältigung auch eine Grafik für das CD-Cover etc. erstellt werden muss.
- Presswerke brauchen eine gewisse Zeit zur Vervielfältigung und Lieferung. Erfragen Sie deshalb, wie lange vor Veröffentlichung alle nötigen Daten dort vorliegen müssen.
- Beachten Sie auch die Bearbeitungszeit der entsprechenden Unterlagen bei der GEMA.
Ausstattung
Die Ausstattung und das Instrumentarium des Studios lassen kaum Wünsche offen:
• Mischpult: Yamaha DM2000
• Outboard: RME Octamic, TrueSystems, Teletronix LA-2A, Lexicon etc.
• DAWs: Protools, Logic Pro X, Cubase Pro, Wavelab etc.
• Plugins: Waves, Universal Audio, Izotope etc.
• Diverse Abhörmonitore: Genelec, Geithain, K+H, Adam, etc.
• Große Auswahl an elektrischen und traditionellen Instrumenten
• Flügel: Schimmel, Grotrian-Steinweg
• Umfangreiche Backline
• Celesta, Cembalo
• Diverse Gitarren- und Bassverstärker
• Mikrofone von Schoeps, Neumann, Brauner, AKG, Beyer, Sure, Sennheiser,
Electrovoice und mehr
• Diverse Schlagzeuge, spezielle Auswahl an Snares