Landesmusikakademie Niedersachsen

Tobias Mittmann

Kurse

Instrumentales Klassenmusizieren - 3. Phase

Weiterbildung für niedersächsische Lehrkräfte in der Bläser- und Bandklassenarbeit

Neue Weiterbildung

Das Klassenmusizieren ist eine außerordentlich motivierende Form des Musikunterrichts. Musik wird im Klassenensemble ganz praktisch und handlungsorientiert erlebt, erfahren, entwickelt und gemeinsam gestaltet.

Damit Klassenmusizieren in Schwerpunktklassen gelingt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Nach der bereits etablierten Weiterbildung für die Chorklassenarbeit bietet die Landesmusikakademie in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kultusministerium im Rahmen des Aktionsprogramms „HAUPTSACHE:MUSIK“ eine neue fünfphasige Weiterbildung für das Instrumentale Klassenmusizieren in Bläser- und Bandklasse an.

Zielsetzung der Qualifizierungsmaßnahme

Die Arbeit mit den oben genannten Klassenmusiziermodellen stellt hohe methodische Herausforderungen an die unterrichtenden Lehrkräfte: Sie verknüpfen musikalisches Tun mit musiktheoretischen Inhalten, um qualitativ hochwertigen Unterricht auf der Grundlage des Kerncurriculums zu vermitteln, wenn es nicht beim „bloßen“ Musizieren bleiben soll.

Das einzigartige Qualifizierungsangebot unter dem Dach von „KLASSE mit MUSIK“ hat zum Ziel, Lehrkräfte für die vielfältigen methodischen und organisatorischen Herausforderungen der oben genannten Musiziermodelle umfassend zu qualifizieren.

Neben den Aufgaben des Projektmanagements, die bei der Einführung einer „Bläser“- oder „Bandklasse“ anfallen, ist es vor allem die Gestaltung des Unterrichts, die auf die musikalische Praxis abgestimmt werden muss. Inhaltliche Schwerpunkte der Weiterbildung finden sich einerseits in der musikalischen Praxis (Umgang mit den jeweils verwendeten Instrumenten, Methodik der Ensembleleitung, Band- und Orchesterprobe, Dirigieren, Warm Ups, Literatur, ...), andererseits in der Musikdidaktik sowie dem Projektmanagement (Anschaffung und Pflege von Instrumenten, Finanzierung, Kooperationen, Kommunikation und Werbung, rechtliche Aspekte, individuelle Beratung, ...). Die teilnehmenden Musiklehrkräfte sollen befähigt werden, Klassen mit einem musikpraktischen Schwerpunkt zu unterrichten bzw. zu leiten und diese in Form eines besonderen musikalischen Konzepts als festen Bestandteil im Entwicklungsplan ihrer Schule zu etablieren. Die Teilnehmenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss der Maßnahme und Erbringen aller geforderten Leistungsnachweise ein Zertifikat.

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an Lehrkräfte, vornehmlich aus dem Sek.-I-Bereich aller Schulformen, die an ihrer Schule eines der oben genannten Musiziermodelle dauerhaft neu etablieren möchten oder in einem bereits bestehenden Modell unterrichten. Eine Lehrbefähigung für Musik ist erwünscht; vertiefte musikalische Erfahrungen an einem Instrument wie im Ensemblespiel berechtigen ebenfalls zur Teilnahme an dieser Weiterbildung.

Teilnahmebedingungen

Die Schulleitungen werden gebeten, die Lehrkräfte für die Teilnahme freizustellen und die Vertretungsregelungen den bekannten Terminen anzupassen. Lehrkräfte, die an der Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, müssen im Rahmen ihrer Unterrichtsverpflichtung im Fach Musik eingesetzt werden.

Ein Quereinstieg ist nicht mehr möglich. Bei Interesse an nachfolgenden Angeboten bitte Kontakt aufnehmen.

Dauer und Organisation der Maßnahme

Der Zertifikatskurs erstreckt sich in seinem Gesamtumfang über ein Jahr. Er umfasst insgesamt 20 Präsenztage, die während der Unterrichtszeit stattfinden. Zwischen den Präsenzphasen vertiefen die teilnehmenden Lehrkräfte ihre zuvor erworbenen fachtheoretischen, fachpraktischen und fachdidaktischen Kompetenzen in der schulischen Praxis und bearbeiten die ihnen gestellten Aufgaben.

Ort und Termine

Die Präsenzveranstaltungen finden zu folgenden Terminen in der Landesmusikakademie Wolfenbüttel statt: 

  • Phase 1: 12. - 15. Oktober 2021
  • Phase 2: 16. - 19. November 2021
  • Phase 3: 8. - 11. Februar 2022
  • Phase 4: 7. - 10. Juni 2022
  • Phase 5 (Zertifikatsphase): 11. - 14. Oktober 2022

Abschluss

Die Qualifizierungsmaßnahme wird mit einem Zertifikat abgeschlossen, das die erfolgreiche Teilnahme bescheinigt. Die Feststellung erfolgt auf der Grundlage einer selbst erarbeiteten Konzeption. Eine Voraussetzung dafür ist die hinreichende Teilnahme und Mitwirkung an den Akademiephasen. Diese ist in der Regel gegeben, wenn mindestens 80 Prozent der Weiterbildung besucht wurden.

Beratung

Eine Beratung zur Weiterbildung wie zu allen Fragen des Klassenmusizierens erteilt auch der Landeskoordinator Uwe Mäneke unter maeneke@klassemitmusik.de

Förderer

Die Weiterbildung wird ermöglicht durch eine großzügige Förderung und Unterstützung durch das Aktionsprogramm HAUPTSACHE:MUSIK! des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit dem Landesmusikrat Niedersachsen e.V.

Dozierende

Gernot Breitschuh

Der studierte Trompeter Gernot Breitschuh widmet sich seit 2004 beruflich dem Klassenmuszieren mit Orchesterblasinstrumenten – also der BläserKlasse. Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Referent für Schulmusik der Yamaha Music Europe GmbH ist die Beratung von allgemein bildenden Schulen, Musikschulen und Musikvereinen in allen organisatorischen Belangen. Ausgehend von der Kernfrage „Was ist das Beste für die Schülerinnen und Schüler?“ findet er gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort kompromissfähige Lösungen, eine BläserKlasse einzurichten. Mit einem Team freier Mitarbeiter führt er regelmäßig Workshops für Lehrerkräfte, Musikschaffende und natürlich Schülerinnen und Schülern in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Gernot Breitschuh war von 2008 bis 2020 nebenberuflich an der Musikschule Hanstedt/Nordheide als Instrumentallehrer für Blechblasinstrumente, sowie als Leiter des Schüler- und Erwachsenenblasorchesters der Musikschule beschäftigt.

Remmer Kruse

Remmer Kruse ist Musiklehrer und Sonderpädagoge. Er ist in der Außenstelle Aurich des Studienseminars für Sonderpädagogik Osnabrück tätig und war viele Jahre Lehrbeauftragter der Universität Oldenburg im Bereich „Inklusiver Musikunterricht“. Außerdem arbeitet er als Trainer und konzeptionell in den Projekten „Musikalische Grundschule“ und „Musik, Sprache, Teilhabe“ mit.

Seit vielen Jahren ist er als Autor und Referent in den Themenbereichen Musik und Sonderpädagogik aktiv. Unter anderem ist er Mitautor von „Band ohne Noten“ (Schott und als ständige Rubrik in der Zeitschrift „Praxis des Musikunterrichts“), „Band ohne Lehrer“ (Persen), „Band für alle“ (Lugert) und „Klick! Musik“ (Cornelsen).

Christina Maier

unterrichtet Musik und Französisch an der Käthe-Kollwitz-Schule Hannover, einem Gymnasium mit Musikzweig, Schwerpunkt Bläserklassen. Nach ihrem Lehramtsstudium in Hannover studierte sie Musikerziehung (Klavier & Klarinette) an der HMTMH und absolvierte eine künstlerische Ausbildung an der Musikhochschule Münster, wo sie 2008 das Konzertexamen am Klavier ablegte. 

Neben ihrer Lehrtätigkeit am Gymnasium ist sie als Klavierlehrerin und Konzertpianistin sowie als Referentin in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften für Bläserklassenleitung aktiv.

Uwe Mäneke

unterrichtet die Fächer Musik und Kunst am Gymnasium Michelsenschule in Hildesheim mit dem Schwerpunkt "Bläserklassen". Nach dem Lehramtsstudium für Grund- und Hauptschulen war er zunächst an verschiedenen niedersächsischen Schulen und Schulformen tätig. 

Mitarbeit an den „Curricularen Vorgaben für das Fach Musik an Hauptschulen in den Jahrgängen 5 und 6", vorübergehender Lehrauftrag an der Uni Hildesheim für das Klassenmusizieren, Aufbaustudium für das gymnasiale Lehramt in Osnabrück.

Seit 2004 Referent in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften für Bläserklassenleitung in verschiedenen Bundesländern mit dem Fokus Projektorganisation.

Seit 2015 Landeskoordinator Klassenmusizieren für das Projekt "Klasse mit Musik". 

Stefan Mende

Stefan Mende unterrichtet Musik an der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in Braunschweig. Dort leitet er auch seit vielen Jahren die Bigband der Schule und ist zudem in der Bandarbeit im Rahmen der WPK aktiv. Sein Hauptaufgabenbereich liegt in der Musiklehrer:innenausbildung, für die er in den Studienseminaren Goslar und Hildesheim tätig ist. Im privaten Bereich leitet er einen großen Chor und ist Gitarrist und Sänger in einer Rock-Oldieband. 

Christoph Müske

Christoph Müske erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Musikzweig der Latina August Hermann Francke. Nach einigen Jahren Klarinette, Saxophon und Klavier begann er im Alter von 14 Jahren mit dem Schlagzeugspiel. Nach Abitur und Zivildienst nahm er sein Studium für Orchesterschlagzeug an der HfMT Hamburg auf. Über 10 Jahre arbeitete er freiberuflich als Orchestermusiker, Schlagzeuglehrer, Bandtrainer und Workshop-Dozent. Seit 2013 ist Christoph Müske als Produktspezialist für die instrumentengruppen Strings & Percussion für die YAMAHA Music Europe GmbH tätig. Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern am Schlaginstrumentarium ist ihm bei dieser Tätigkeit ein besonderes Anliegen.

Britta Rex

Britta Rex ist Sängerin, Komponistin, Arrangeurin, Songwriterin und seit vielen Jahren Bandleaderin ihrer eigenen Band, dem Britta Rex Quartett. Sie studierte die Fächer Musik und Deutsch für Lehramt an der Uni Hildesheim und Jazzgesang und Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Aktuelle musikalische Projekte sind u.a. das (improvisierende) Stimmorchester Hannover, das Vokal Trio VoiceSistas und das Salsa Orchester Havana.

Sie unterrichtet seit 2001 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Jazzgesang. Einen weiteren Lehrauftrag an der Musikhochschule Lübeck für Jazzgesang und Improvisation hatte sie die letzten 9 Jahre inne. Als Referentin gibt sie Workshops und Fortbildungen u.a. als Vocalcoach für Windmachine, seit vielen Jahren für das Projekt „Jazzseminare in Niedersachsen“  beim Jazz- und Rock Workshop Salzgitter oder Jazz-Rock-Blues-Werkstatt Hildesheim. 

Ihr methodischer Handwerkskoffer ist gefüllt durch langjährige Beschäftigung und Fortbildung u.a. in CVT (Complete Vocal Technique), Estill Voice Training und Resonanzlehre nach Thomas Lange.

www.brittarex.de

Hans Wendt

Hans Wendt studierte Jazzposaune in Arnheim (Niederlande). Durch Workshops und Unterricht von Jilt Jasmar, Uwe Granitza, Jiggs Whigham, Bart van Lier, Roswell Rudd, Ray Anderson und Peter Herbolzheimer hat er sein Können und Fachwissen stetig erweitert.

Neben seinen Einätzen in verschiedenen Bands, wie u.a. bei der FETTEN HUPE HANNOVER, in denen er neben der Posaune auch Sousaphon und Tuba spielt, hat er an verschiedenen Musicalproduktionen (Musical Bremen, TfN Hildesheim) und Theaterproduktionen (Schauspielhaus Hannover) künstlerisch mitgewirkt.

Er musiziert regelmäßig in seinem Trio WendtBand und tritt als Gastsolist bei verschiedenen Big Bands auf. Als Pädagoge für Posaune und Blech unterrichtet er seit Jahren in Musikschulen und Bläserklassenprojekten. Zudem ist er ein gefragter Dozent für Big Bands und ist in der Lehrerausbildung bundesweit tätig.

Die Bands und Orchester in denen er als Instrumentalpädagoge tätig ist, gewinnen regelmäßig bei deutschen Musikwettbewerben. Die Big Band des Geschwister Scholl Gymnasiums ist mehrfacher Bundespreisträger Big Band und das Blasorchester der Herschelschule Hannover gewann den Titel „Bestes symphonisches Blasorchester einer Schule“ (2012 bundesweit).

Inga Wolf-Marra

Inga Wolf-Marra ist als Volljuristin bei der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Niedersachen e.V. (LKJ) tätig.

Nach einer vorangehenden Berufsausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie ersten Berufserfahrungen in einer Anwaltskanzlei absolvierte sie das Studium der Rechtswissenschaften in Hannover. Nach Abschluss des Jurastudiums und Stationen beim Amtsgericht Hildesheim, der Staatsanwaltschaft Hildesheim, der Niedersächsischen Landesschulbehörde, einer Anwaltskanzlei mit Schwerpunkt im Arbeits- und Sozialversicherungsrecht sowie dem Verwaltungsgericht in Hannover ist sie seit dem 1. August 2017 als Juristin im Team der LKJ beschäftigt. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte der Beratung liegen in den Bereichen arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen für Kooperationen mit Schulen insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung von Scheinselbständigkeit.

Silke Zieske

ist als Lehrerin an der Grundschule Wasbüttel (Niedersachsen) und als Fachberaterin für Musik beim Regionalen Landesinstitut für Schule und Bildung (RLSB) in Braunschweig tätig. 

Seit 2003 nimmt sie gestaltend am Pilotprojekt „Chorklassen in Niedersachsen“ teil und leitet seitdem Chorklassen. Im Rahmen des Projektes und im Bereich „Singen mit Kindern“ arbeitet sie in verschieden Gremien, hält Vorträge, leitet Fortbildungsveranstaltungen und Workshops und verfasste als Mitautorin das Medienpaket „CHOR:KLASSE!“ für den Unterricht in Chorklassen.

Im Jahr 2009 konzipierte sie eine Qualifizierungsmaßnahme zur Aus- und Weiterbildung von Chorklassenlehrkräften und leitet diese seitdem in der Katholischen Akademie Stapelfeld und der Landesmusikakademie in Wolfenbüttel.